Fortschrittliches Amerika?!

Es gibt immer wieder Situationen, in der wir uns fragen, wie die Amerikaner als erstes zum Mond geflogen sind. Vieles kommt uns weniger fortschrittlich vor, als in Deutschland. Hier ein Beispiel: Ich parkte vor der deutschen Bäckerei, als gerade ein Mann mit gelber Warnweste vorbeikam. Er hatte eine an einem Ende gebogene Stange in der Hand und streifte damit über den linken Hinterreifen von jedem, dort parkendem Auto. In der Bäckerei angelangt, bekomme ich die Lösung des Rätsels präsentiert: Es handelt sich um eine „menschliche Parkuhr“. Das Parken in diesem Bereich ist nur für 2 Stunden erlaubt. Somit markiert die Person den Hinterreifen der Autos mit weißer Kreide. 2 Stunden später wird dann kontrolliert, welche Autos noch immer die Markierung haben und somit die Parkzeit überschritten. Clever, was?!?

Und noch ein paar Beispiele:

Die Temperaturanzeigen an Heizungsanlage, Waschmaschine und Trockner lauten „cold“, „warm“, „warmer“ und „hot“. Was auch immer dies bedeutet, bleibt offen. Auch die Drehzahlanzeige an der Waschmaschine heißt „low“, „medium“, „high“ und „extra high“.

Sämtliche Stromleitungen verlaufen – außer in unserer „gehobenen Neighborhood“ – überirdisch. Dies ist bei den hier häufig vorkommenden Tornados und Thunderstorms – wie man sich denken kann – äußerst unpraktisch.

Online-Banking, wie wir es von Deutschland kenne, gibt es hier nicht, es wird entweder mit Kreditkarte bezahlt oder aber mit Schecks (in Papierform…). Immerhin kann man Schecks online ausstellen und verschicken lassen……

Es gibt keine Mülltrennung bzw. Recycling nur in Ausnahmen! Wir haben verzweifelt versucht, unsere Glassprudelflaschen irgendwo wieder loszuwerden. Dies ist nicht möglich und somit landet alles – Papier, Plastik, Glas – im Normalmüll. Daß dabei an Plastikverpackungen nicht gespart wird, ist nur nebenbei zu erwähnen.

Aber es gibt durchaus auch ein paar sehr praktische Dinge, die wir in Deutschland vermissen werden:

1) Alle Banken haben eine „Drive-Through“-Möglichkeit. Dies ist nicht zu vergleichen mit einem Bankbesuch in der Schwabstrasse in Stuttgart und mit vorausgegangener Parkplatzsuche….

2) Beim Tanken wird direkt an der Zapfsäule bezahlt und somit gibt es keine lange Wartezeiten im Geschäft der Tankstelle (z. B. wenn der Vordermann noch einen Kaffee und ein belegtes Brötchen dazubestellt).

3) An der Kasse der Lebensmittelläden kann man sich Bargeld ausbezahlen lassen. Sämtliche gekaufte Artikel werden dort von einem Mitarbeiter verpackt (entweder in Papier- oder Plastiktüten – kostenlos!) und anschließend bietet er an, diese noch ans Auto zu bringen – und das ganz ohne Trinkgeld.