Wieder zurück in Tuscaloosa warten die Deutschen auf den Schnee und die Leute in Tuscalossa auf die Wärme… Doch dem soll wohl nicht so sein:
Gerade bin ich beim Töpfern an der Uni angekommen und habe den Tonklumpen auf die Drehscheibe geklatscht, da trudeln schon die Nachrichten auf meinem Cellphone („Handy“) mit nahezu leerem Akku ein: „Wegen „Unwetterwarnung“ sind die Kinder an der einen Schule bis 10:30 Uhr und an der anderen zwischen 11 und 12 Uhr (anstatt 15 Uhr) abzuholen“. Es war gerade 10:15 Uhr. Da Ralph mein leerer Akkustand bekannt war, machte er sich vorsichtshalber gleich auf den Weg zur Schule mit Abholzeitpunkt 10:30 Uhr. Dass dies nicht klappen konnte war klar, da der Fahrtweg bereits mindestens 30 Minuten dauerte. Doch auch dem war nicht so. Auf den Straßen herrschte Kaosk wegen spiegelglatter Oberflächen, Autos die weder schneetauglich, noch TÜV-geprüft sind und Fahrern, die ihren Führerschein ohne Fahrstunden und alleine durch einen Multiple-Choice-Test am Computer erhalten haben… Auch Streu- oder Winterfahrzeuge gibt es hier nicht. In Abstimmung mit Ralph machte mich auf den Weg zur zweiten Schule mit Abholzeit 11 bis 12 Uhr. Für diesen Weg brauche ich normalerweise 10 Minuten, doch dieses Mal waren es 2 Stunden… Straßen wurden gesperrt, Autos lagen im Graben und aufgrund des plötzlichen Schul- und Arbeitsendes war Stau wohin man auch schaute. Nach erfolgreicher Abholung meinerseits (die restlichen Kinder wurden im Bürogebäude der Schule um einen Fernseher geschart und von der Schulleitung persönlich betreut… ) machte ich in der deutschen Bäckerei stop und deckte mich mit Pflaumenkuchen und Fleischkäse ein. Nach einer weiteren zähen Fahrt kamen wir endlich zu Hause an. Hier saßen wir vier nun zum verfrühten Feierabend versammelt und machten es uns nun am offenen Kamin (Gaskamin – alles nur Attrappe…) gemütlich. Leider mussten wir schnell feststellen, dass der Kamin den im Wohnraum befindlichen Thermostat so sehr aufheizte, dass die komplette restliche Heizung ausfiel und alle anderen Räume eiskalt wurden. Das Vergnügen war somit schnell beendet. Alle weiteren Aktivitäten in Tuscaloosa waren für den Rest des Tages und auch für den nächsten Tag abgesagt. Gegen Nachmittag schlossen auch sämtliche Läden und Restaurants und Ralph war vergeblich auf der Suche nach einer Gallon Milch… Für den nächsten Tag wurde gleich der komplette Schulausfall angekündigt. So löst man die Wetterprobleme also hier…
Weg von der Capitol School zur Uni um 9:45 Uhr noch vor dem großen Chaos..
Die eingeschneite und ausgestorbene „Neighborhood“
Doch das Seltsame hier ist, dass die Temperaturen extrem schwanken. Schon am Wochenende sollen es 20°C werden und auch am vergangenen Wochenende hatten wir einen milden Tag. Den vorgangenen Sonntag verbrachten wir mit einem fürstlichen Brunch im Yacht-Club und anschließendem Spaziergang am Lake Tuscaloosa:
Zwei Aquarell-/Mosaikkunstwerke in der Damentoilette des Yachtclubs




















