Cabin am See

Für das Wochenende hatten wir ein sogenanntes „Cabin“, welches allerdings größer war als übliche Einfamilienäuser in Stuttgart, gemietet. Dieses befand sich eine halbe Stunde von uns entfernt, ganz nördlich am Lake Tuscaloosa. Tatsächlich lag dieses Haus sehr abgelegen. Es befand sich jedoch auf dem Grundstück der ebenfalls dort wohnenden Eigentümer. Diese hatten ein Haus direkt am See, einen eigenen Reitplatz, 6 Pferde und eben das Ferienhaus, in dem wir wohnten. Es war interessant für uns zu sehen, wie die gehobeneren Bürger von Tuscaloosa so wohnen – mit Seezugang, Booten, und in diesem Fall Pferden. Allerdings ist der Preis dafür ein relativ weiter Fahrtweg zu einfach allem. Ohne Auto (bzw. Boot) gibt es keine Möglichkeit von dort wegzukommen.

 

Ralphs größtes Ziel des Wochenendes war die Kanufahrt auf dem Lake Tuscaloosa (Ralph: „ein Wochenende am See, ohne jemals auf dem See gewesen zu sein, geht einfach nicht. Ich dachte, die Familie wäre abenteuerlustiger…“). Nachdem es mir allerdings beim wackeligen Einsteigeprozedere stark in den Rücken gefahren war und die Kinder vor Angst, ins Wasser zu fallen, fast umkamen, war dieser Ausflug nach einer kleinen Paddelrunde auf dem See relativ schnell beendet. Allerdings war auch ich nicht gerade scharf darauf, bei diesen kühlen Wassertemperaturen mit zwei Kinder durch einen See voller Wasserpflanzen wieder an Land zu schwimmen… Somit verbrachten wir anschließend die meiste Zeit am Kaminfeuer und machten es uns dort gemütlich. Auch wenn wir  das Wochenende „Natur Pur“ genossen haben, waren wir froh, wieder in unseren Heim in Tuscaloosa anzukommen.

Halloween

Auch wenn wir eigentlich nicht die großen Halloween-Fans  sind, kamen wir hier nicht drum rum, uns diesem Event anzuschließen. Schon seit August wurden wir in den Läden darauf vorbereitet. Dank der Harry Potter Umhänge aus Orlando waren wir zum Glück gut gerüstet bzw. verkleidet. Der Tag begann verkleidet in der Schule.

Hier wurden verschiedene Kleinigkeiten zu Themen, die von Geist bis Herbst reichten, gebastelt. Die Kinder selbst waren allerdings als alles Mögliche verkleidet, es gab z. B. auch Prinzessinnen, Engel, Bienen etc. Somit scheint dieses Fest unser Fasching zu ersetzten.

Sobald die Dunkelheit einbrach, kamen auch schon die ersten Kinder in unserer „Neighborhood“ vorbei. Allerdings läuten diese nur dort, wo auch der Eingangsbereich beleuchtet ist. Unschöne Aktionen, wie das in Deutschland modern gewordenen Eierwerfen gibt es hier nicht. Auch am anderen Tag war nirgends eine Spur von Farbe oder sonstigen sogenannten „Tricks“ zu sehen. Alle Häuser waren äußerst gut vorbereitet und auch die erwachsenen Bewohner waren hin und wieder verkleidet. In der Mitte unseres Wohngebietes gibt es ein riesiges Haus, welches wie ein Schlösschen über allem thront. Dort musste natürlich auch geläutet werden. Und der Bewohner lud uns gleich ein, sein Wohnzimmer zu besichtigen. Was wir dort sahen, war der gruseligste Eindruck des ganzen Abends: Das Wohnzimmer war vollgestopft von selbst gejagten und präparierten Tieren. Darunter befanden sich auch ein Braunbär, ein Löwe, eine Giraffe und unzählige Hirsche, Rehe und andere heimische Tiere….

Valentin zog mit einem Nachbarjungen durch das Wohngebiet und machte reichlich Beute. Leander war bereits nach einigen Häusern zufrieden wieder heimgekehrt. Auch an unserer Haustüre wurde rund ein Dutzend mal geläutet, und auch Kinder aus entfernteren Neighborhoods waren bei den Candy-Sammlern dabei. Unsere Gegend scheint hinsichtlich Süssigkeiten lukrativ zu sein.  Auf jeden Fall haben wir diese Festlichkeit intensiv in ihrem Ursprungsland miterlebt.