Tornadowarning in Tuscaloosa

Am 28.04. war es ENDLICH so weit: Wir hatten „Tornado-Warning“!

Bereits zwischen 13 und 14 Uhr war Schulschluss. Von da an saßen wir alle zu Hause und warteten und warteten.

Gegen Abend ging es dann tatsächlich los: Ein starkes Gewitter mit heftigem Blitzschlag brach herein und wir verfolgten das Geschehen auf dem Bildschirm. Ab ca. 21 Uhr gingen Warnanrufe von der University of Alabama auf dem Handy und Telefon ein und auch die Tornadosirene in der Neighborhood ertönte… Es wäre möglich gewesen, Unterschlupf in der Bibliothek oder im Fitness-Center der University of Alabama zu suchen, doch nach Eintreten der Warnung war dies zu spät.

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So richtig einschätzen konnten wir das Geschehen nicht. Somit verfrachteten wir alle Habseligkeiten – die Kinder ihr Lego und den Kater – in die am weitesten innenliegende, fensterlose Kammer des Hauses. Dies ist in unserem Fall die Speisekammer. Inwieweit diese tatsächlich Schutz vor einem über das Haus ziehenden Tornado bietet, ist fraglich. Manche Familien haben Shelter aus Beton im Haus oder gemauerte Keller, die einen wirklichen Schutz bieten. Unsere Nachbarn haben nach dem Tornado von 2011 eine Kammer unter den Betonboden der Garage bauen lassen. Im Ernstfall dürfen wir ihnen dort Gesellschaft leisten. Nun, wir zogen die Speisekammen vor. Fahrradhelme sollten den nötigen Schutz vor Flugobjekten bieten.

Ralph verfolgte das Geschehen auf der Terrasse. Nachdem dort außer starken Gewitterwolken nichts zu sehen war, schickten wir die Kinder gegen 22 Uhr wieder ins Bett. Kaum dort angekommen ging erneut die Sirene los und wir erhielten erneut Anrufe, dass sich das Tornadowarning bis 23 Uhr verlängerte („Extended Tornado-Warning“). Also wieder ab in die Speisekammer.

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Nach 23 Uhr war das Unwetter jedoch weiter gezogen und wir konnten endlich den wohlverdienten Schlaf finden. Am nächsten Tag ließen wir und viele andere Familien der Tuscaloosa Academy die Kinder zu Hause und schliefen erst mal aus. An der Capitol School fiel der Unterricht sowieso aus, da zum einen die Schule wegen eines umgeworfenen Baums nicht anzufahren war und zum anderen dieser Baum die oberirdischen Stromleitungen gekappt hatte und die Schule keinen Strom hatte.

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Es geht das Gerücht herum, dass noch nie ein Tornado über den Black Warrier River in den Norden von Tuscaloosa gekommen sei. Vielleicht haben wir Glück und es ist wahr, denn der Hauptschaden wurde wieder im Süden angerichtet…

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